1998/99
Preußen Münster
Regionalliga West/Südwest (3. Liga)
32 Einsätze 8 Tore
Ich klopfe dann mal im Profifußball an. Wechsel zum VfL Bochum.
Abiturient, Profifußballer, Trainer, Leiter eines Nachwuchsleistungszentrums, Sportlicher Leiter von zwei Nachwuchsleistungszentren.
In meinem Leben ging es immer schon um Potenziale. Doch erst eine Erkrankung zeigte mir, was es heißt, im Potenzial zu leben. Lern mich kennen.
Mit 8
Für mich stand bereits mit acht Jahren fest, dass ich Fußballprofi werde. Ganz klar. Etwas anderes war für mich gar nicht vorstellbar. Schließlich hatte ich Talent. Ich konnte mit jeglicher Art von Bällen umgehen. Aber wie wird man eigentlich wie mein damaliges Idol Karl-Heinz Rummenigge?
Elternhaus
Erste Antworten suchte ich bei meinen Eltern. Ihr Rat bestand aus drei Punkten: „Glaube immer fest an dich. Verliere im Leben nie dein Ziel aus den Augen. Stehe bei Niederlagen und Rückschlägen einmal mehr auf als andere.“ Heute kann ich zurückblickend sagen: Ziel erreicht. Auch wenn der Weg dorthin steinig war.
Jugend
Geboren wurde ich an einem Sonntag im Mai 1974. Bereits mit vier Jahren rannte ich bei der Mindener Spielvereinigung 05 dem Ball hinterher. Wie man es in dem Alter kennt: als Stürmer und als Verteidiger in einer Person. Als Jugendlicher joggte ich im Sommer bei 30 Grad mit einer Bleiweste bepackt den Mittellandkanal rauf und runter.
Schließlich rieten mir meine Eltern zu einer Entscheidung. Fußball, Tennis oder Handball – welche Sportart sollte es sein? Denn alles zusammen ging nicht, wenn man etwas immer richtig und zu 100 Prozent machen wollte, so wie ich. Was sollte ich tun? Moment, war da nicht etwas? Der Kindheitstraum Profifußballer? Klar, ich entschied mich für das runde Leder.
1998
1998 hatte ich es im Trikot des SC Preußen Münster geschafft. Mit 24 Jahren war ich im Profifußball angekommen. Nach insgesamt elf Jahren – einer sehr prägenden, aber auch von schweren Verletzungen begleiteten Zeit – standen 2009 ein Einsatz in der 1. Fußball-Bundesliga, 135 Einsätze in der 2. Fußball-Bundesliga und 100 Einsätze in der 3. Liga in meiner Vita.
2009
Doch was folgte jetzt? Ich war 35 Jahre alt und hatte mir meinen Kindheitstraum erfüllt. War mein Potenzial damit ausgeschöpft? Was sollte noch kommen? Die Schule war in meiner Jugendzeit eine lästige Nebenbeschäftigung zum Fußball gewesen. Trotzdem hatte ich das Abitur geschafft. Lag hier ein weiteres, in mir verborgenes Potenzial, das ich einfach noch nicht abgerufen hatte?
Mir war klar, dass ich mich auch in der beruflichen Zeit nach meiner aktiven Karriere nicht ganz vom Fußball würde trennen können. Konnte ich mein Potenzial auch dafür aktivieren, mich nach der sportlichen Karriere nach vorne zu schieben?
2010–2017
Ich schaffte den Abschluss zum Sportmanager (IST), 2010 den Sportfachwirt (IHK) und absolvierte bis zum Jahr 2014 die Fußballtrainer-B- und -A-Lizenz sowie die höchste Trainerlizenz im Fußball, die UEFA-Pro-Lizenz, also den Fußball-Lehrer. Das war gut so, denn während dieser Zeit nahm ich bereits die nächsten Herausforderungen an.
Mitte 2012 wurde ich Leiter der gesamten Nachwuchsabteilung beim SC Paderborn 07. Damit nahm auch meine praktische Arbeit als Trainer am Spielfeldrand Fahrt auf. Sie gipfelte 2016 im Trainerposten des damaligen Paderborner Zweitligateams. Ein Jahr später übernahm ich die Profireserve von Arminia Bielefeld. Ich lebte also auch als Trainer in meinem Potenzial. Perfekt. Der Übergang war geschafft. Nahtlos. So dachte ich zumindest.
2017
Eine schwere Autoimmunerkrankung im Juni 2017 brachte mich schließlich auf den Boden zurück. Dort lagen Tatsachen, die ich lange Zeit nicht gesehen hatte und nicht sehen wollte. Die ich nun aber annehmen musste, um meinen schmerzenden Körper und meine verletzte Seele wahrzunehmen. So begann für mich ein Prozess, in dem ich alles hinterfragte.
Wieder kamen mir die Ratschläge meiner Eltern in den Sinn. Waren „Glaube immer fest an dich. Verliere im Leben nie dein Ziel aus den Augen. Stehe bei Niederlagen und Rückschlägen einmal mehr auf als andere“ nicht auch außerhalb des Sports anwendbar? Aber wie sollte eine Krankheit, die mich zu Boden warf, mit meinem Glauben an das unerschöpfliche Potenzial, meinem unbändigen Ehrgeiz und dem Drang, immer nach vorne zu gehen, zusammenpassen? Wieso wurde ich schwer krank, wenn ich doch im Potenzial lebte, wenn ich meinen Kindheitstraum gelebt hatte?
Heute
Die hier niedergeschriebene Erkenntnis liest du innerhalb weniger Minuten. Für mich war der Weg dorthin Teil einer tiefgehenden inneren und äußeren Reflexion. Sichtbare Veränderungen ergaben sich für mich in der Ernährung, im Sportverhalten und im Akzeptieren, dass ich Erholungsphasen nötig habe. Nicht sichtbare Veränderungen betreffen logischerweise meine Einstellung zu vielen Dingen des Lebens.
Fakt ist: Achtsamer mit seinem Potenzial umzugehen, das jeder von uns in irgendeiner Form in sich hat, und dauerhaft darin zu leben, ist ein ganzheitlicher Prozess und das Ziel zugleich.
Und du?
Ich wünsche dir, dass du nicht erst eine schwere Erkrankung brauchst, um dich auf den nachhaltigen Weg zu einem erfolgreichen, glücklichen und erfüllten Leben zu machen. So oder so: Der Prozess beginnt immer erst dann, wenn du dich darauf eingelassen hast, dass alles aus dir selbst kommen muss. Ich begleite dich gerne dabei.
Dein René Müller
Zwölf Karten aus elf Profijahren, 1998 bis 2009: acht Vereine, drei Aufstiege, ein Bundesliga-Einsatz – und zwei Bandscheiben-OPs.
1998/99
Regionalliga West/Südwest (3. Liga)
32 Einsätze 8 Tore
Ich klopfe dann mal im Profifußball an. Wechsel zum VfL Bochum.
1999/00
2. Bundesliga
9 Einsätze 1 Tor
Aufstieg in die 1. Bundesliga. Das geht ja schnell.
2000/01
1. Bundesliga
1 Einsätze 0 Tore
Nett, aber Kurzarbeit ist nichts für mich. Im Januar wechsle ich zu RW Oberhausen.
2000/01
2. Bundesliga
13 Einsätze 2 Tore
Hier fühle ich mich schon wohler.
2001/02
2. Bundesliga
13 Einsätze 3 Tore
Aussichtslos nach der Hinrunde, Klassenerhalt nach der Rückrunde. Geht doch. Trotzdem zieht es mich nach Bayern.
2002/03
Regionalliga Süd (3. Liga)
22 Einsätze 1 Tor
Im Fußball gibt es also auch Rückschläge. Das Ziel Aufstieg in die 2. Bundesliga wird verpasst. Wechsel zu RW Erfurt.
2003/04
Regionalliga Nord (3. Liga)
31 Einsätze 18 Tore
Was soll ich sagen? Jeder Schuss ein Treffer und am Ende ein sensationeller Aufstieg in die 2. Bundesliga. Aber es geht zurück in die Heimat.
2004/05
Regionalliga Nord (3. Liga)
10 Einsätze 4 Tore
Sportlich top, Aufstieg in die 2. Bundesliga. Körperlich – autsch. Meine erste Bandscheiben-OP steht an.
2005/06
2. Bundesliga
31 Einsätze 11 Tore
Ich weiß immer noch, wo das Tor steht. Der Klassenerhalt wird geschafft.
2006/07
2. Bundesliga
26 Einsätze 7 Tore
Der Fußball ist knallhart. Eine Saison, drei Trainer – trotzdem reicht es zum Klassenerhalt.
2007/08
2. Bundesliga
16 Einsätze 2 Tore
Zweite Bandscheiben-OP und Abstieg aus der 2. Bundesliga. Hätte besser laufen können.
2008/09
Regionalliga Süd (4 Wochen), dann 2. Bundesliga
25 Einsätze 3 Tore
Offenbach – manchmal passt es nicht zusammen. Ahlen – trotz kurioser Trainerentlassung von Christian Wück schaffen wir den Klassenerhalt.
Im kostenlosen Infocall erzähle ich dir gern mehr – und vor allem: Ich höre dir zu.